BID Neuer Wall 1.0
Noch vor wenigen Jahren konnte man die heute herrschende Exklusivität in den Gebäuden auf der Straße „Neuer Wall“ nicht erkennen. Schmale Gehwege im schlechtem Zustand und von Autos zugestellte Fassaden und Schaufenster prägten das Bild.
Doch im Jahr 2005 kam die Wende. Der Neue Wall wurde zum ersten „Business Improvement District“ (BID) in einer deutschen Innenstadt. Mit dem Instrument BID konnte die Straße durch private Abgaben der Grundstückseigentümer des Neuen Wall neu gestaltet und anschließend gepflegt und gemanagt werden.
Der Neue Wall gewann durch die BID-Maßnahmen deutlich an Attraktivität. Heute übersteigt die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen auf dem Neuen Wall das Angebot und das Image als Hamburgs exklusive Einkaufsstraße hat sich verfestigt. Die Passantenfrequenzen im gesamten Neuen Wall sind deutlich gestiegen. Besonders der obere Teil des Neuen Wall hat sich gewandelt. Zahlreiche Marken haben sich hier etabliert.
Die Neugestaltung des Neuen Wall begann im Oktober 2005 mit der Schaffung des Bürgermeister-Petersen-Platzes an der südlichen Seite des Neuen Wall. Im Frühjahr 2006 wurde dann beginnend vom Jungfernstieg die Straße vollständig neu gestaltet. Die Maßnahmen waren nach nur 6-monatiger Bauzeit abgeschlossen.
Durch hellen Granit und breite Gehwege wurde ein mediterranes Flair geschaffen. Die Kreuzungsbereiche wurden aufgepflastert und durch abgesenkte Bordsteine wirkt die Straße optisch größer. Neue Straßenmöbel wie Bänke, Fahrradbügel und Mülleimer sorgen für ein höheres Maß an Service und Komfort. Die Kirschbäume in übergroßen Pflanztöpfen auf dem Bürgermeister Petersen Platz laden zum Verweilen auf den Bänken ein. Auf der ganzen Straße findet man aufgereiht 160 terracottafarbene Pflanzenkübel, die saisonal einheitlich bepflanzt und gepflegt werden. Das ganze Bild vermittelt klare Strukturen und Ordnung.
Im Mai 2006 konnten die Baumaßnahmen abgeschlossen werden und der Neue Wall wurde feierlich eröffnet.
Auf die Baummaßnahmen folgten die Service- und Marketingleistungen.
Die Serviceleistungen umfassen:
- Tägliche zusätzliche Reinigungsmaßnahmen am Neuen Wall
- Regelmäßige Grundreinigungen
- Koordination des Park- und Lieferverkehrs
- Präsenz von Personal in der Straße
- Verhinderung von Diebstählen und Aufbringen von Ladendieben
- Auskünfte am Servicetelefon
- Ausführung kleinerer Reparaturen an der Stadtmöblierung
- Mitarbeiterschulungen
Durch ein ständig gepflegtes Bild auf der Straße und die Präsenz des Servicepersonals kann für ein hohes subjektives Wohlbefinden bei den Kunden und Besuchern gesorgt werden.
Zu einem Business Improvement District gehören nicht nur Service-, sondern auch Marketingleistungen. Auf dem Neuen Wall fanden Veranstaltungen statt und es wurde Öffentlichkeitsarbeit in anspruchsvollen Medien geleistet. Es gab informative und hochwertige Publikationen. Die klassische, sehr aufwändige Weihnachtsbeleuchtung, ein Markenzeichen des Neuen Wall, konnte über das BID nachhaltig finanziert werden.
Die Grundstückseigentümer haben ca. 6 Millionen Euro in fünf Jahren investiert, um die baulichen Veränderungen, die Service- und Marketingleistungen zu ermöglichen.
Und fast einheitlich haben sie sich für eine Verlängerung entschieden.
Im Oktober 2010 ging es in die zweite Runde.




